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Zurück in die Steinzeit

Bei den Dani im Hochland von New Guinea

Eine meiner schönsten Erlebnisse hatte ich auf unserer Reise zu den "Danis", den  im Hochland von New Guinea lebenden Papuas. Die Anreise erfolgte über Bali, Sulawesi nach Jaya-Pura. Von hier aus ging es mit einer kleinen Propellermaschine ins Hochland von Irian Jaya. Am "Flugplatz" von Wamena,  einer Ansammlung von flachen Wellblechbauten, sah man schon  Papuas die nur mit ihrer traditionellen "Penishülle bekleidet waren. Nachdem wir uns im besten "Hotel" von Wamena einquartiert hatten besuchten wir als erstes den Markt. Immer wieder sind wir fasziniert von der farbenprächtigen Auswahl an frischem Obst und Gemüse. Nur das Angebot an "frischem Fleisch und Fisch", übersäht mit tausenden von Fliegen ist  wenig appetitlich für unseren Geschmack.

Hochland von Wamena

Von Wamena aus fuhren wir mit einem gemieteten Geländewagen zum Dorf der Dani`s. Die Fahrt durch diese mit nichts zu vergleichenden Landschaft kann man nicht beschreiben, auch Bilder geben nicht annähernd den Eindruck dieses grandiosen Erlebnisses wieder. 

Dorf der Dani`s etwa 40 km von Wamena entfernt.

Dani Dorf in Wamena

Nach drei Stunden Fahrt und einem längeren Fußmarsch kamen wir im Dorf an. Selten wurden wir so herzlich aufgenommen wie bei diesem einfachen und doch so zufriedenem Naturvolk. Der Häuptling, ein alter zäher Kämpfer versetzte mir zur Begrüßung mit Pfeil und Bogen den größten Schreck meines Lebens, er legte auf mich an und ließ die Sehne los, als ich das sah und das Geräusch der Bogensehne hörte dachte ich "das war`s". Mein Freund sagte, er habe noch keinen so bleichen Menschen gesehen wie mich in dieser Situation. Zum Glück war es nur Spaß, die Dani`s lachten sich halb tot. Na ja, wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen. Erst ein paar Stunden später machten wir uns gutgelaunt wieder auf dem Rückweg zur Lodge.

Landschaft bei Wamena
Biotop von Morelia boelini und Morelia viridis
Überquerung einer Hängebrücke

Selbstverständlich galt ein großer Teil unserer Reise auch der Suche nach Reptilien. Ein einmaliges Erlebnis war der Fund von Morelia boeleni am Ufer eines Flusses in der Nähe von Wamena. 

Morelia boeleni Morelia boeleni

Schwarz mit gelber Bänderung, wohl einer der schönsten Vertreter seiner Art.

Autor mit Morelia boeleni Morelia boeleni

Diesen in Gefangenschaft so begehrten und so schwierig zu haltenden Python zu finden und zu fotografieren entschädigte für so manche Strapazen. Erstaunlicher Weise verhielt sich dieses Tier überaus ruhig und versuchte nicht einmal zu beißen. Jeder Terrarianer kann verstehen wie uns zumute war als wir das Tier zum Schluss des "Fototermins" wieder in die Freiheit entließen.

Morelia viridis aus Wamena

Unseren Liebling den Chondro, oder Jamamong wie er hier in Papua genannt wird, fanden wir zu guter letzt auch noch. Auf einem kleinen Baum war er für eine ausführliche Fotosession bereit.

 

Bereits während dieser Reise reifte die Entscheidung in uns, daß die nächste Tour wohl in den Papuateil von New Guinea gehen sollte. Vielleicht eine Flussfahrt ab Port Moresby den Sepik aufwärts zu den Schlammmenschen oder den Baumpeople, oder einfach nur wieder eine schöne Reise um die fantastische Flora und Fauna dieser Insel weiter zu erkunden.

Wartens wir ab.

 

Morelia viridis aus Wamena