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Morelia viridis ein Problemtier?? 

Diesen Beitrag wollten wir aus verschiedenen Gründen entfallen lassen, wir haben uns dann aber doch entschlossen es nicht zu tun, da er immer noch gerne gelesen und diskutiert wird. Einerseits ist es inzwischen möglich Morelia viridis ohne größere Probleme über mehrere Generationen zu Züchten, andererseits haben Neueinsteiger immer noch erhebliche Probleme bei der Haltung dieser schönen Riesenschlange. Denn, obwohl Nachzuchten von Morelia viridis relativ einfach zu halten sind, vorausgesetzt man bietet den Tieren artgerechte Unterbringung, verzeiht er Haltungsfehler genauso wenig wie Wildfangtiere. Der kundige Leser überspringt diese Seite einfach, der interessierte Neueinsteiger findet sicher das eine oder andere nützliche für sich.
 

Die Haltung und Zucht von Chondropython viridis ist nur den absoluten Spezialisten unter den Amateurherpetologen möglich bla bla bla ... bla bla .

Keine Angst, wir können diesen Schwachsinn mittlerweile selbst nicht mehr hören. Da wird von Leuten die noch nie diese Tiere gehalten haben, oder von denjenigen die einmal mehr oder weniger zufällig nachzüchteten eine Panikmache betrieben die schon mehr als lachhaft ist. Kommentare wie, nur 30% der Babies überleben, oder man kann schon froh sein wenn adulte Tiere 4-5 Jahre alt werden, tragen maßgeblich dazu bei, diese herrliche Schlange in Misskredit zu bringen. 
Ohne uns hier profilieren zu wollen, denn einige befreundete Terrarianer haben in etwa die gleichen Ergebnisse vorzuweisen, möchte ich einmal kurz nur die Zuchtergebnisse der letzten 2 Jahre aufzeigen. 6 Gelege zwischen 18 und 27 Eiern, Durchschnittsschlupfrate (bei Kunstbrut) cirka 83%, von allen geschlüpften Babies verloren wir nur 3 Tiere. Jetzt können ja alle Pseudospezialisten mal rechnen. Nun zum Märchen über die Kurzlebigkeit der Adulttiere! Wir pflegen zur Zeit 43 Zuchttiere im Alter von 2 bis 13 Jahren. Unser erster Chondro-Mann den wir im Alter von mindestens 7-8 Jahren erwarben lebte noch 14 Jahre bei uns bis er einfach am Ast einschlief.

Allerdings achten wir darauf nur mit Tieren zu züchten die in guter Verfassung sind, denn nur schnell ein paar Chondros züchten mit der Gewissheit unter Umständen das Muttertier zu verlieren, war und wird nie unser Ziel sein. Auch lassen wir bewusst jedem Weibchen nach 2 Gelegen  eine Zuchtpause zukommen.

Also trotz, oder gerade wegen 30 Jahren erfolgreicher Zucht und Haltung schreiben wir keine Bücher oder Berichte in denen "wahre Gruselgeschichten" über unseren "Chondro" und seine "ach so schwierige und nur dem absoluten Fachmann vorbehaltene Zucht und Haltung propagiert werden". Viele sogenannte Anfänger erzielten mit unseren Nachzuchttieren inzwischen eigene Nachzuchten, obwohl Sie zuvor vielleicht nur "Kornnattern oder andere oft abfällig 08/15 Tiere" genannte Reptilien in Ihren Terrarien hielten. Wir wissen bis heute nicht, warum sich viele Halter von sogenannten "Raritäten" grundsätzlich als die Elite der Amateurherpetologie betrachten; war etwa Ihr erstes Tier ein Chondro, Caninus oder Diamantpython? Und wie viele Verluste hatten Sie, bis Sie auf Ihrem heutigen Wissensstand waren? Jeder der unser so interessantes Hobby der Terraristik gewissenhaft und mit Liebe zum Tier ausübt, kann diese faszinierenden Pythons erfolgreich halten und sogar züchten, vorausgesetzt ,er kauft seine Tiere von einem seriösen Züchter und  hat ein offenes Ohr für Ratschläge. Wir, als die wahrscheinlich ersten Privatzüchter von Chondropython viridis in Deutschland (erste Nachzucht 1973) teilen unsere persönlichen Erfahrungen gerne mit und freuen uns über Erfolge anderer genauso wie über unsere eigenen. Sollten Sie also Fragen bezüglich Haltung, Zucht oder Aufzucht haben, wenden Sie sich ruhig an uns, wir helfen Ihnen gerne.

Haltung

Das Terrarium für den grünen Baumpython sollte nicht zu klein gewählt werden. Für ein einzelnes Tier sollte es etwa die Maße (BxTxH) 80x60x100cm haben, für ein Pärchen 100x60x120cm. Die Lüftungsöffnungen sollten so bemessen sein, dass für ausreichend Luftzirkulation gesorgt ist, jedoch keine Zugluft entsteht. Ausreichende in der Stärke geeignete Äste sollten möglichst waagrecht angebracht werden. Möglichst viele Pflanzen (echt oder künstlich) dienen als Sichtschutz für die Tiere und helfen bei der Erhaltung der nötigen Luftfeuchtigkeit. Ein Trinkgefäß, das täglich gereinigt werden sollte vervollständigt die Einrichtung. Bodensubstrat verwenden wir persönlich nicht, kann aber zwecks besserer Optik verwendet werden. Die Temperatur sollte auf einen Tageshöchstwert von max. 31 Grad und einen nächtlichen Tiefstwert von 23 Grad eingestellt werden (auch bei Babys). Zur Erhaltung der nötigen Luftfeuchtigkeit sollte 2 mal täglich (Abends und Morgens) gesprüht werden. Man sollte aber unbedingt darauf achten, dass das Terrarium immer wieder die Möglichkeit hat abzutrocknen. Staunässe ist für die Tiere äußerst schädlich, die meisten Halter meinen es in dieser Hinsicht leider viel "zu gut".

Unsere Zuchtanlage für "Chondros" umfasst 22 Terrarien in verschiedenen Größen die allesamt nur mit Astwerk, künstlichen Pflanzen sowie einem Trinkgefäß ausgestattet sind und trotzdem einen optisch ansprechenden Eindruck bieten. Dass den Tieren diese Bedingungen zusagen, beweist die Tatsache, daß sie sich regelmäßig fortpflanzen. Babies sollten in ähnlich eingerichteten Terrarien in einer Größe von etwa 40x40x40cm bis zu einem Alter von cirka einem Jahr aufgezogen werden.

Aru-Variante

Aru-Variante

Biak-Variante

Biak-Variante

1,0 Gläserzucht

Wamena_Variante

High Yellow-Variante 3 Tage nach dem Schlupf

High Yellow-Variante im Alter von 7 Monaten

Unbedingt sind Babys die ersten 6-7 Monate einzeln zu halten !!!, da es immer wieder vorkommt, dass sich die Tiere wenn sie hungrig sind gegenseitig ergreifen und würgen, ja sogar den anderen zu verschlingen versuchen, was zum Verlust eines oder gar beider Tiere führen kann. Im ersten Jahr sollte man die Tiere eher gut füttern und erst dann die Futtermenge etwas reduzieren, damit die Tiere nicht verfetten.
Alle anfallende Arbeiten im Terrarium sollten bei noch eingeschalteter Beleuchtung erfolgen, da die Tiere dann inaktiv sind und man gefahrlos im Terrarium hantieren kann. Nach Erlöschen der Beleuchtung sollte keine Störung der Tiere mehr erfolgen.

Zucht

Spezielle Zuchtvorbereitung bei Morelia viridis treffen wir nicht. Wir halten unsere Tiere bei einer Tagestemperatur von 30 Grad die Nachts auf bis zu 23 Grad abfällt. Morgens und abends werden die Terrarien besprüht, so dass eine Luftfeuchtigkeit von 95% erreicht wird die bis zum nächsten Sprühen wieder auf 6o-65% abfällt. Da wir über jedes Tier genaue Aufzeichnungen führen (Fütterung/ Häutungen/Paarungen usw.) lässt sich im Lauf der Jahre sehr genau die Zeit der Paarungsbereitschaft der Tiere bestimmen. Hier muss allerdings gesagt werden, daß einzelne Tiere, egal welchen Geschlechts, oft erst nach vielen Austauschkombinationen, erfolgreich zu verpaaren sind. Manche Männchen verpaaren sich mit jedem Weibchen , andere nur mit bestimmten. Ebenso verhält es sich mit den Weibchen. Ein weibliches Tier von uns verpaarte sich grundsätzlich mit allen Männchen und zu jeder Jahreszeit, eine erfolgreiche Paarung kam jedoch immer nur mit einem bestimmten Mann und zu einer bestimmten Jahreszeit zustande. Wir züchten die Tiere zu jeder Jahreszeit, jedoch mit Schwerpunkten in den Monaten September-November und März-April. 

Wir haben mit der Zeit festgestellt, welche Paare in der Zucht harmonieren. Somit steht einer regelmäßigen Nachzucht der Tiere nichts mehr im Wege. Trächtige Weibchen werden bis zur Eiablage einzeln gehalten, bei leicht erhöhter Temperatur (32 Grad), wobei die Tiere selbstverständlich die Möglichkeit haben, sich auch in kühlere Bereiche zurückzuziehen. Die Dauer der Trächtigkeit liegt zwischen 2 1/2 - 3 Monaten, die Eiablage erfolgt in der Regel 15-18 Tage nach einer Häutung. Zum ungestörten Absetzen des Geleges bieten wir den Tieren ins Terrarium gehängte Schlupfboxen an, die immer angenommen werden.  Da wir jedes Gelege künstlich bebrüten, entfernen wir das Weibchen nach erfolgter Ablage von den Eiern, dies geht völlig undramatisch vonstatten, da dass Weibchen noch sehr erschöpft ist.. Das Gelege wird begutachtet und sofort in den Inkubator überführt. 

Inkubation

 Da wir jedes Gelege künstlich bebrüten, entfernen wir das Weibchen nach erfolgter Ablage von den Eiern, dies geht völlig undramatisch vonstatten, da dass Weibchen noch sehr erschöpft ist.. Das Gelege wird begutachtet und sofort in den Inkubator überführt. 

Inkubator für Pythoneier

Brutbox für Pythoneier

Brutbox für Pythoneier

Bei einer Temperatur von 31,5 Grad beträgt die Inkubationszeit zwischen 47 und 54 Tagen. Interessant ist, daß einige Gelege trotz völlig identischer Inkubationsbedingungen erst nach 62 bis 65 Tagen schlüpfen. Eine Erklärung hierfür wäre eine vielleicht kürzere Tragezeit des Weibchens. Nachdem die ersten Jungtiere das Ei verlassen haben werden spätestens nach 18 bis 24 Stunden sämtliche noch ungeöffnete Eier von uns mit einem Fenster versehen um die restlichen Jungtiere zum Schlupf zu animieren. Alle Jungtiere werden einzeln in Terrarien der Größe 20x20x30cm zur weiteren Aufzucht untergebracht.

Aufzucht

Ab dem 5. Tag bieten wir den Tieren erste Nahrung in Form von Babymäusen an. Diese erste Fütterung sollte jedoch behutsam erfolgen, wenn die Tiere nicht gleich Futter annehmen, sollte man sofort damit aufhören und die erste Häutung der Tiere abwarten.

Nur etwa 30% aller Chondrobabies fressen vor der ersten Häutung, die etwa nach 10 -14 Tagen erfolgt. Viele Tiere nehmen als erste Nahrung erstaunlicherweise unserer Ansicht nach eher zu große Futtertiere an (leicht beflaumte Babymäuse oder 2 Tage alte Babyratten). Ebenfalls interessant ist, dass einige Tiere abends andere lieber  tagsüber fressen.

Bei Verweigerung von Mäuse- und Rattenbabies hilf oft der Trick mit aufgeklebten Kükenfedern. Ein sicheres Mittel auch die hartnäckigsten Futterverweigerer ans Futter zu kriegen ist das Anbieten von Futtergeckos. Wir lehnen das jedoch ab. Erstens verfüttern wir als Terrarianer keine Reptilien und zweitens besteht die große Gefahr, dass die Chondrobabies sich auf diesem Wege mit Parasiten infizieren.

Bei Tieren die durch nichts zu verleiten sind Futter anzunehmen bleibt dann nur noch die Zwangsfütterung, diese sollte jedoch nur von erfahrenen Terrarianern durchgeführt werden. In der Regel nehmen die Tiere nach 4-5 maliger Zwangsfütterung dann selbstständig Futter an.  

 

Hier sehen Sie einen Teil unserer Aufzuchtanlage, die in einem eigenem Zimmer untergebracht ist. Sie umfasst insgesamt über 50 Kleinterrarien der abgebildeten Art. Sicher es geht auch einfacher, aber alle unsere Nachzuchttiere werden einzeln, in jeweils ihren Bedürfnissen  entsprechend eingerichteten Kleinterrarien aufgezogen. Die Einrichtung ist absichtlich sehr spartanisch gehalten um das Sauberhalten der Aufzuchtbecken so gut wie möglich zu gewährleisten.

Mischzucht bei Morelia viridis

Farbliche Veränderung bei Morelia viridis durch Kreuzung 
verschiedener Varianten

Vor einigen Jahren kreuzte ein Züchter aus Düsseldorf zwei verschiedene Varianten von Morelia viridis.

2 Biakweibchen mit einem hohen Gelbanteil.
1 Sorongmännchen mit sehr viel Blauanteil.


Trotz des sehr hohen Preises von 1300 DM für ein Baby erwarben wir 3 Jungtiere. Eines der Tiere verstarb ohne einmal Nahrung zu sich zu nehmen, auch vorsichtig durchgeführte Zwangsfütterung blieb erfolglos. Die zwei verbliebenen Tiere entwickelten sich gut und es stellte sich heraus, daß es sich um ein Pärchen handelte. Das Weibchen zeigte nach der Umfärbung die typischen Biakmerkmale, das Männchen war eindeutig der Sorong -Variante zuzuordnen. Viele Männchen dieser Mischzucht haben einen sehr hohen Blauanteil und sind ausgesprochen schöne Tiere, sie werden mit dem Trivialnamen "Sternchenchondro" bezeichnet. Ein erster Zuchtversuch mit unseren Tieren schlug fehl. Die Tiere verpaarten sich und das Weibchen setzte ein Gelege ab. Von den über 20 Eier starben die meisten schon nach wenigen Tagen ab. Die Ursache war meines Erachtens eine zu dünne Beschalung der Eier. In den wenigen verbleibenden Eiern starben die Tiere kurz vorm Schlupf aus unerklärlichen Gründen ab. Seit diesem Fehlschlag haben wir die Tiere nicht mehr verpaart. Von anderen Züchtern wissen wir jedoch, dass Ihre Tiere sich ohne Schwierigkeiten verpaaren und auch die Gelege normal schlüpfen. 

1,0 Gläsertier

Dies ist das männliche Zuchttier der Sorong -Variante von Herrn Gläser

0,2 Gläsertiere

Dies sind die weiblichen Zuchttiere der Biak -variante von Herrn Gläser

F1 Nachzucht aus Gläsertieren

männliche F1 Nachzucht (Sternchenchondro)

F1 Nachzucht aus Gläsertieren

weibliche F1 Nachzucht

Mittlerweile ist aus dieser Mischlinie bei einem Bekanntem von uns F2 Nachzucht vorhanden. Es handelt sich hierbei um farblich sehr schöne Tiere. Gegen die weitere Zucht dieser Linie spricht im großen und ganzem nichts, wenn der Käufer über diese Mischzucht informiert wird. Meiner Meinung nach sollte dies jedoch nicht dazu führen nun generell alle Varianten zu vermischen. 
F2 Nachzucht von Gläsertieren

Zuchtergebnis eines F2 "Sternchenchondros" 

Meines Wissenstandes hatte Herr Gläser 2 Gelege, ebenso wurde mir berichtet das die Sterblichkeitsrate der Tiere relativ hoch war, was ich auch aus eigenen Erfahrungen bestätigen kann. Woher kommen also die doch sehr vielen, heute noch angebotenen "Gläsertiere"?

Da die Nachkommen dieser Tiere überaus "farbig" waren, konnte man darauf warten das nun viele versuchen würden diesen Farbschlag ebenfalls, der zu erwartenden hohen Preise wegen, "zu erzüchten". In vielen Fällen wurde nun wahllos Biak mit Sorong gekreuzt, ohne meines Erachtens jemals wieder so farblich herausstechende Tiere zu erreichen wie dies Herrn Gläser gelang. Es wäre sehr interessant zu erfahren ob Herr Gläser mit den Nachzuchten die er sich zurückbehalten hatte weitergezüchtet hat und wie sich diese Tiere entwickelten.