| |
www....Chondropython .... online |
|
| Archiv News Kontakt | ||
|
Home Über uns Morelia viridis Corallus caninus Aspidites melanocephalus Aspidites ramsayi Python regius Abzugeben |
||
|
Corallus caninus ein Anfängertier ? |
|
Diese Frage muss mit einem klaren nein beantwortet werden. Wieso, werden jetzt einige fragen, was ist denn so anders an der Pflege im Gegensatz zu Morelia viridis? Diese Frage ist leicht zu beantworten. |
| Über
eine regelmäßige Haltung und Zucht von Corallus caninus im Terrarium
hört man erst in letzter Zeit. Wir sprechen hier die in neuerer Zeit
erzielten und häufigeren Zuchterfolge an, nicht vereinzelte
Pionierleistungen in der Vergangenheit. Die langjährige Haltung oder gar Zucht der Guyanaschildform stellt den Pfleger immer noch vor unerklärliche Phänomene und Rätsel. Selbst nach Jahren in denen sich die Tiere offensichtlich bester Gesundheit erfreuen treten plötzlich unerklärliche Todesfälle auf. Tiere die lange Jahre einwandfrei Nahrung zu sich nahmen erbrechen auf einmal ohne ersichtlichen Grund die halbverdauten Futtertiere wieder. Lässt sich Morelia viridis problemlos über mehrere Generationen züchten, bereitet die Zucht der Guyanaschildform von Corallus caninus in 2. Generation und darüber hinaus immer noch große Schwierigkeiten. Corallus caninus aus Brasilien stellt sicherlich auch erhebliche Anforderungen bezüglich Haltung und Zucht, erweißt sich allerdings etwas stabiler und leichter zu züchten als die Guyanaschildform. Diese Tiere allerdings deshalb als leicht haltbar zu bezeichnen wäre völlig falsch. Die grüne Hundskopfboa verzeiht keine Haltungsfehler. Zuchterfolge in zweiter Generation sind in Europa so gut wie keine bekannt, dies kann sich aber, wie wir hoffen, durch die zur Zeit vermehrt vorhandenen Nachzuchttiere ändern. |
| Unüberlegter
Kauf wegen der Schönheit dieser Art und des relativ günstigen Preises,
zumindest bei den Guyanaschild Tieren, ist der Grund dass so viele Tiere
in Gefangenschaft das erste Jahr meist nicht überleben. Besonders
Wildfänge, wenn sie schon zu lange unter ungünstigen Bedingungen beim
Importeur "zwischengelagert" wurden, leben trotz guter
Pflege auch bei sachkundigen und erfahrenen Haltern meist nicht sehr
lange. Tiere der sogenannten Guyanaschildform sind weitaus schwieriger erfolgreich zu halten und gar nachzuzüchten. Auch kenne ich niemanden der die Guayanaschildform in 2. oder gar 3. Generation nachgezüchtet hat. Viele der mir bekannten Tiere dieser Variante lebten scheinbar gesund mehrere Jahre im Terrarium und doch verstarben die meisten von ihnen in einem Alter von 4-6 Jahren ohne sich auch nur einmal reproduziert zu haben.
|
|
Wir möchten an dieser Stelle unsere Erfahrungen in der Haltung und Zucht mitteilen. Alle vorgestellten Tiere sind in unserem Besitz. |
|
Haltung von Corallus caninus |
|
| Die grüne Hundskopfboa gehört zu den schwieriger zu pflegenden Arten im Terrarium. Sehr viele Leute die uns bisher besuchten standen begeistert vor den Terrarien von Morelia viridis und Corallus caninus. Selbst für Terrarianer die nur Echsen oder Amphibien pflegen und sich für die anderen von uns gehaltenen Schlangen nicht stark begeistern können war der Anblick diese beiden Arten , wie sie sagten, immer ein besonderes Erlebnis. | |
|
|
|
| Zur Zeit halten wir mehrere adulte und semiadulte sowie 3 Babys die wir uns von unseren eigenen Nachzuchten zurück behalten haben. | |
|
|
|
| Wir
halten Corallus caninus in mittelgroßen Terrarien, Einrichtung,
Luftfeuchtigkeit sind identisch mit den Terrarien von Morelia viridis.
Die Temperatur liegt allerdings etwas tiefer als bei Morelia viridis, da
wir die Erfahrung gemacht haben das die Hundskopfboa sich bei
Tagestemperaturen um 28 Grad, sowie Nachttemperaturen von 23 Grad
eindeutig wohler fühlt. Tagsüber sehr inaktiv sind sie jedoch bei
abgeschalteter Beleuchtung am Abend mit Vorsicht zu genießen.
Eingewöhnte Tiere erweisen sich als überaus gefräßig und schnappen
dann nach allem was sich bewegt. Wer schon einmal Bekanntschaft mit den
langen Zähnen gemacht hat, weis wovon ich spreche. Der Biss erfolgt
sehr schnell, die langen Zähne hinterlassen tiefe stark blutende und
schmerzhafte Wunden. Wird den Tieren Frostfutter gereicht das noch nicht
genügend temperiert ist, schlagen die Tiere an der Futterpinzette
vorbei zielsicher nach der wärmeren Hand. Ebenso wie bei Morelia viridis ist es nicht möglich mehrere Männchen in einem Terrarium zu halten. Auch außerhalb der eigentlichen Paarungszeiten attackieren sich die Tiere und fügen sich schlimmste Verletzungen zu. Ein Haltung von zwei oder drei weiblichen Tieren ist in einem ausreichend großem Terrarium jedoch problemlos möglich. |
|
|
|
|
| Alle unsere Tiere fressen problemlos abgetötete oder aufgetaute Mäuse und Ratten. Gefüttert werden sie etwa alle 14 Tage. Erstaunlich finden wir folgende Tatsache. Obwohl immer wieder erwähnt wird das sich Corallus caninus in der Natur zum großen Teil von Vögeln ernähren, nimmt keines unserer Tiere Vögel jeder Art als Futter an, im Gegenteil, hält man einem Caninus in Lauerstellung einen Vogel vor, zieht er sich sofort zurück und rollt sich wieder auf. Reicht man ihm eine Stunde später eine Ratte wird die sofort geschlagen und gefressen. Ähnliches konnte ich auch bei Morelia viridis feststellen, von allen über viele Jahre gepflegten Tieren nahmen nur 2 Tiere jemals Vögel als Futter, diese beiden jedoch ausschließlich. Erwähnenswert ist noch ein Tier, dieses, angeblich eine DNZ verweigerte lange jede Nahrung. Da das Tier jedoch in guter Verfassung war und sich ansonsten völlig normal verhielt ließen wir es einfach in Ruhe. Eines Tages, etwa nach einem dreiviertel Jahr, verfolgte er sehr aufmerksam jede Bewegung außerhalb seines Terrariums. Da er dies normalerweise nicht tat, holte ich vorsorglich eine kleine Ratte. Als ich die Scheibe öffnete um ihm die Ratte vorzuhalten schnappte er sie mir schon außerhalb des Terrariums von der Pinzette. Seit diesem Tag frisst er ebenso regelmäßig wie alle anderen. | |
|
|
|
| Bei
der Fütterung der Hundskopfboa gilt der Grundsatz, weniger ist mehr. Da
es sich ja um eine sehr inaktive Schlange handelt, die auch in einem
großem Terrarium fast immer an einer Stelle aufgerollt liegt und nur
Nachts gelegentlich etwas unterwegs ist, ist auch der Stoffwechsel
anders als bei agilen immer in Bewegung befindlichen Tieren. Bei gleicher Fütterungsweise bzw. Fütterungsmenge nimmt Corallus caninus mehr an Gewicht zu als Morelia viridis. Auch ist bei Morelia viridis das Längenwachstum besser als bei Corallus caninus, der als Baby langsamer wächst, aber schneller, sagen wir mal, Fett wird. |
|
|
|
|
| Unsere Babys bekommen alle drei Wochen eine Maus, die semiadulte Tiere erhalten eine halbwüchsige Ratte, bei dieser Art Fütterung wachsen die Tiere sehr schön und haben ein gutes Körpergewicht. Adulte Tiere erhalten alle vier Wochen eine adulte Ratte. | |
|
|
|
|
|
|
| Gerade Nachzuchten der Brasilienform sind sehr gefräßig und leicht zu überfüttern. Zweijährige Tiere sehen dann aus als wären sie schon 4 oder mehr Jahre alt. Viele Halter mit denen wir uns unterhalten haben, sagten das solchermaßen gepowerte Tiere oft im Alter von 3-4 Jahren sterben, bei Sektionen stellt sich immer wieder heraus das diese Tiere schwerste Organschädigungen aufwiesen sowie übermäßige Fetteinlagerungen. Ein zweijähriger gepowerter Caninus ist nun mal kein adultes Tier, sondern nur ein für sein alter zu fettes Jungtier. | |
|
Zucht von Corallus caninus |
| Bei
Corallus Caninus handelt es sich nicht, wie verschiedene
Nachzuchterfolge beweisen, um eine in der Zucht auf eine bestimmte
Jahreszeit fixierte Art. Erfolgreiche Paarungen und anschließende
Geburten können sich, wie auch bei Morelia viridis, über das ganze
Jahr erstrecken. Ebenso kann wie auch bei Morelia viridis die
Paarungsbereitschaft durch stimulierende Veränderungen in den
Haltungsbedingungen der Tiere herbeigeführt werden. Als wir unsere
Tiere erwarben befanden sie sich in einem nicht gerade optimalem
gesundheitlichen Zustand, so dass an eine Zucht der Tier vorläufig
nicht zu Denken war. Während der üblichen Quarantänezeit wurden die Tiere einer ausführlichen Parasitologischen und Bakteriologischen Untersuchung unterzogen die jedoch allesamt zu einem negativem Ergebnis führten. Alle Tiere gingen sehr gut ans Futter und entwickelten sich prächtig. Trotzdem unternahmen wir erst im Oktober 2001, unseren ersten Zuchtversuch. |
|
|
| Wie bei Morelia viridis senkten wir die Tages und Nachttemperaturen geringfügig und erhöhten die Luftfeuchtigkeit durch mehrmaliges Besprühen des Terrariums. Während sich das Weibchen im Verhalten nicht änderte und weiterhin Futter annahm, stellte der Mann das Fressen ein und zeigte verstärkte Aktivität die sogar soweit führte, dass er Sperma an den Kletterästen hinterließ. Als wir das Weibchen dann zum Männchen setzten wurde dieser sofort aktiv. Aufgeregt und sehr hektisch bezüngelte er das Weibchen und drängte es förmlich dazu sich in Bewegung zu setzen. Ruckartig und unter starkem Einsatz seiner Aftersporne, das kratzende Geräusch war noch außerhalb des Terrariums zu hören, versuchte er das Weibchen zur Paarung zu stimulieren. Kaum war die Kloakenregion des Weibchens frei zugänglich führte er einen Hemipenis ein. Die Paarung an sich dauerte etwa 40 Minuten und wurde in einem Zeitraum von zwei Monaten wiederholt zu den unterschiedlichsten Tageszeiten beobachtet. Erstaunlicherweise kamen abwechselnd beide Hemipenise zum Einsatz. |
|
|
| Als das Weibchen sich immer mehr durch festes Aufrollen und Abwehrverhalten (Schlagen mit Körperschlingen) gegen die Paarungsversuche des Männchen wehrte, trennten wir die Tiere wieder. Bereits kurze Zeit später konnten wir eine enorme Zunahme im mittleren Körperabschnitt beobachten, was auf eine Ovulation und erfolgreiche Befruchtung hoffen ließ. Während das männliche Tier anschließend sofort wieder normal Nahrung zu sich nahm, ließ sich das weibliche Tier nur mit viel Geduld noch zweimal zur Annahme jeweils einer Maus bewegen. Der Umfang des Weibchens nahm indessen beständig zu, die anfänglich zentrale Verdickung verteilte sich nun auf die letzten beiden Drittel des Körpers. Nach einer Trächtigkeit von 6 bis 7,5 Monaten, gerechnet von der ersten bis zur letzten beobachteten Paarung, erfolgte die Geburt der Jungtiere. Neben normal entwickelten Jungtieren wurden noch drei Wachseier sowie ein etwa zur Hälfte entwickeltes und abgestorbenes Jungtier innerhalb einer dreiviertel Stunde abgesetzt. Bereits nach 2 Tagen hing das Weibchen wieder in typischer Lauerstellung und nahm willig Futter an. Über die Babys berichten wir unter dem Punkt Aufzucht. |
|
|
|
Aufzucht von Corallus caninus |
| Corallus caninus und Morelia viridis Babys sind wohl mit das Schönste was die Terraristik zu bieten hat. Von herrlich leuchtenden Rot bis Orangetönen sind Jungtiere der grünen Hundskopfboa wahre Juwelen im Terrarium. Im Gegensatz zu Morelia viridis können Babys von Corallus caninus schon bei der Geburt vollständig grün sein. Wir stellen Ihnen hier ein paar Fotos von einigen unserer Corallus caninus Babys vor. |
|
|
| Corallus caninus ist bei der Geburt erheblich größer und kompakter als Morelia viridis. Nach der ersten Häutung wird meist spontan Futter, behaarte kleine Mäuse, angenommen. In der Aufzucht dieser Tiere werden sehr gegenteilige Meinungen vertreten. Manche Züchter schwören auf Gemeinschaftshaltung, da ihrer Meinung nach die Tiere bedingt durch den Futterneid besser fressen, andere bevorzugen Einzelaufzucht der Tiere. |
|
|
| Da wir mit der Einzelaufzucht von Morelia viridis über 30 Jahre die besten Erfahrungen gemacht haben, praktizieren wir diese auch bei Corallus caninus mit bisher gutem Erfolg. In der Regel fressen nicht alle Jungtiere am selben Tag, deshalb ist eine Einzelhaltung unserer Meinung nach sinnvoller, um Störungen während der Verdauungsphase anderer Tiere weitgehend zu vermeiden. |
|
|
| Ein großes Problem ist die Überfütterung der Jungtiere. Als gieriger Fresser nimmt Corallus caninus, besonders Nachzuchttiere dieser Art, jedes ihm gereichte Futtertier bereitwillig. Vergleicht man jedoch einmal ein etwa 2jähriges Wildfangtier mit einer gleich alten Nachzucht wird das Problem schnell sichtbar. Ein im Verhältnis zum Körper zu kleiner Kopf und und ein Gewichtsunterschied von etwa einem Drittel bei Nachzuchten im Verhältnis zu einem normal genährtem Wildfangtier. |
|
|
| Dass viele dieser mit zuviel "Liebe" aufgezogenen Tiere nicht sehr alt werden muss niemand verwundern. Übermäßiges Füttern verursacht schwerste Schädigungen der Organe, viele Nachzuchten sterben eher an einer Fettleber als an Unterernährung. Auch, dass sich überfettete Tiere später nur schwer oder fast gar nicht nachzüchten lassen, ist bekannt. Man sollte bedenken, dass ein 2jähriges, großes, zu gut genährtes Tier, nicht erwachsen ist, sondern nur ein überfüttertes und organisch bereits krankes semiadultes Tier. |
|
|
|
1,2 Corallus caninus aus eigener Nachzucht im Alter von 8 Monaten. |
|
|
|
|
|
|