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Bösartiger Tumor einer 3 jährigen Morelia spilota spilota

Vorgeschichte

Vor drei Jahren erwarben wir 0,1 Morelia s. spilota aus Deutscher Nachzucht. Das Tier befand sich in einem guten gesundheitlichen Zustand und war frei von äußerlichen und inneren Parasiten. Die Nahrungsaufnahme erfolgte regelmäßig, die Verdauung, der Kotabsatz sowie die Häutungen verliefen stets zufriedenstellend. Im laufe von drei Jahren entwickelte sich das Tier prächtig und wuchs zu einer Größe von etwa 160cm heran.

Entdeckung des Tumors, erste Behandlungen, operative Vorbereitung des Tieres

Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen das einige Bilder, obwohl mit Sicherheit sehr interessant,  
bei einigen Menschen Übelkeit verursachen könnten.

Anfang Juni, als das Tier abkotete entdeckten wir etwa 25 cm vor dem After eine leichte Verdickung im Bauchbereich des Tieres. Innerhalb von zwei Wochen erreichte diese Verdickung die Größe eines Hühnereies. Der erste Gedanke ging in die Richtung eines Kotstaues. Nach Rücksprache eines Tierarztes wurde dem Tier oral ein Gleitmittel eingegeben um eventuell verhärteten Kot abzuführen. Zwei Tage danach gab das Tier geringe Mengen Kot ab, die Verdickung nahm jedoch weiterhin zu. 

Unser reptilienkundiger Tierarzt leitete nun weitere Schritte ein um der Ursache dieser Verdickung auf den Grund zu kommen. Um nicht unnütz schneiden zu müssen wurden mehrere Röntgenaufnahmen gemacht.

  

Anhand der Röntgenaufnahmen lag der Verdacht eines Abszesses nahe, so dass eine Operation des Tieres unerlässlich wurde. Als Vorbereitung zur Operation wurde das Tier unter Antibiotika gesetzt. Trotz dieser ganzen Behandlungen verhielt sich das Tier weiterhin normal, war sehr aktiv und hätte mit Sicherheit auch gefressen, was jedoch in Hinsicht auf die Operation nicht angebracht war.

 Operation des Tieres

Die Operation selbst wurde in der Universitätsklinik München durchgeführt, da man hier am besten für eine optimale Versorgung des Tieres garantieren konnte. Leider lief dann, trotz größter Bemühungen der teilnehmenden Ärzte, nichts so wie wir gehofft hatten. Wir denken die nachfolgenden Bilder sprechen eine deutliche Sprache.

Schon nach dem ersten Schnitt war klar, dass es sich nicht um einen Abszess sondern um einen überaus aggressiven, schnell wachsenden und bösartigen Tumor handelt.

 

 Wie hier deutlich sichtbar handelte es sich um eine Hühnerei große bösartige Gewebewucherung.

Rechts und links des Tumors befanden sich mit schwärzlicher Substanz gefüllte Blasen, der Darm verlief mitten durch den Tumor, eine Niere war vollständig zersetzt, ein Teil der Geschlechtsorgane war ebenfalls stark angegriffen. Da jedoch der sonstige Zustand des Tieres stabil war entschloss man sich, in einer sehr aufwendigen und schwierigen Operation den Tumor und die befallenen Organe  zu entfernen um so das Tier noch zu retten. Der Darm konnte erhalten werden, eine Niere wurde mit dem Tumor entfernt. Außerdem musste ein Teil der Geschlechtsorgane entfernt werden. Nach der Operation wachte das Tier wieder auf, leider setzte ein paar mal das Herz aus und am nächsten Tag verschlechterte sich zu unserem Bedauern der Zustand des Tieres so sehr, dass wir uns auf Anraten des Tierarztes entschlossen das Tier friedlich einschlafen zu lassen.

Warum dieser Bericht?

Zum ersten wollten wir den ernsthaften Terrarianern die Gelegenheit geben einen derartigen Krankheitsverlauf einmal in Wort und Bild verfolgen zu können.
Zum zweiten soll bei ähnlichen Fällen wie diesem ein schnelleres Erkennen der Symptome helfen bei der Behandlung.

Obwohl derartige Behandlungen und Operationen sehr kostenintensiv sind sollte man alles versuchen um den Tieren zu helfen. Als wir einem "Terrarianer" von dieser Sache erzählten kam der blöde Kommentar
Einfrieren und eine neue kaufen ist billiger
Sorry, aber solche Bemerkungen können wir nicht nachvollziehen, wenn jemand Tiere hält übernimmt er  Verantwortung, ist er nicht bereit diese zu übernehmen soll er sich ein anderes Hobby suchen. Bei artgerechter und tiergerechter Haltung, soweit dies in Gefangenschaft möglich ist fallen nun einmal zum Teil nicht unerhebliche Kosten an.